Während das moderne Leben für viele Menschen Jahr für Jahr stressiger und dynamischer wird, bleibt der Moment des Abschiednehmens weiterhin einer der Ruhe. Selbiges gilt für den würdevollen Erinnerungsort, wobei auch da Herausforderungen warten. Heutzutage leben Familien nicht selten Hunderte Kilometer entfernt, zudem fällt es durch Beruf und Alltag immer häufiger schwer, noch die nötige Zeit für die Grabpflege aufzubringen.
Gedenken findet im Herzen, nicht in der Gartenarbeit statt
Nicht die erforderliche Zeit zu finden, um regelmäßig das Grab der Großeltern, Eltern oder anderer Menschen zu pflegen, resultiert bei Betroffenen mitunter in Scham. Aber die Gartenarbeit auf dem Friedhof steht nicht sinnbildlich für das Gedenken und all die Erinnerungen, die mit diesem Menschen verknüpft sind. Daher sollte es auch gar kein Tabu sein, die regelmäßige Grabpflege in spezialisierte Hände zu geben. Dahingehend bieten sich gleich mehrere Lösungen an, die sich häufig sogar miteinander kombinieren lassen.
Eine Lösung setzt unmittelbar an der Bepflanzung an. In vergangenen Jahrzehnten waren am Grab häufig arbeitsintensive Wechselbepflanzungen typisch. Dahingehend hat sich mittlerweile ein Wandel vollzogen, hin zu etwas pflegeleichteren beziehungsweise pflegearmen Bepflanzungen. Die Pflege selbst lässt sich ebenfalls an darauf spezialisierte Dienstleister auslagern. Das ist vor allem dann empfehlenswert, wenn zwischen dem eigenen Wohnort und der Ruhestätte der Verstorbenen viele Kilometer Distanz liegen. Ungewöhnlich ist das heutzutage nicht mehr, in Anbetracht des kontinuierlichen Wegzugs vom Land hin in die Stadt. Eben dieser führt schon seit mehreren Jahren zu einem kontinuierlich steigenden Durchschnittsalter auf dem Land, während viele von Deutschlands Großstädten "jünger" werden.
Erd- und Urnengräber pflegeleicht gestalten lassen
Hinterbliebene müssen viele Entscheidungen rund um die Ruhestätte nicht allein treffen. Für Bad Zwischenahner Bestattungen gibt es beispielsweise, ebenso wie in anderen Regionen, darauf ausgerichtete Dienstleister. Diese können hilfreiche Empfehlungen abgeben und vielmals auch die regelmäßige Pflege übernehmen.
Wer sich zeitlich nicht selbst fortwährend um ein Grab kümmern kann, setzt am besten bereits frühzeitig bei der Wahl der Bodendecker an. Immergrüne Pflanzen wie beispielsweise Kriechspindel, Dickmännchen oder Efeu unterdrücken Unkraut, sind in der Lage Feuchtigkeit im Boden zu halten und hinterlassen ganzjährig einen gepflegten Eindruck. Teilflächen lassen sich zudem mit Rindenmulch, Schieferplatten und Zierkies verschönern. Eine weitere Option ist die Grababdeckung. Wird das Grab teilweise oder sogar vollständig abgedeckt, zum Beispiel mit Naturstein wie Granit und Sandstein, reduziert das die offene Erdfläche und damit den Pflegeaufwand.
Nicht nur an die Bepflanzung denken
Selbst scheinbar kleine Elemente können in der Praxis durchaus einen erheblichen Unterschied ausmachen. Die Möglichkeiten dahingehend sind vielfältig, unter anderem kommen in Frage:
- statt Wachskerzen werden wetterfeste Grabkerzen wie Mehr-Tage-Brenner oder solche mit LEDs genutzt
- Grabschmuck aus Bronze, Edelstahl oder Stein ist wetterfest und langlebig
- Steckvasen sollten wetterfest beschaffen sein, dann genügen auch gelegentliche Besuche
Zudem können Hinterbliebene frühzeitig die Zusammenarbeit mit Friedhofsgärtnereien beziehungsweise Treuhandstellen besprechen. Selbige bieten normalerweise unterschiedliche Möglichkeiten an, zum Beispiel ein "Basis-Pflege-Paket", das regelmäßiges Sauberhalten und Gießen umfasst. Ebenso aber auch saisonale Bepflanzungen oder spezielle Gestecke zum Gedenktag. Die Laufzeiten für solche Verträge sind nicht selten auf Jahrzehnte angelegt - das schafft Planbarkeit.
Weitere Alternativen und Lösungen, die nicht viel Zeit für die Grabpflege voraussetzen
Gemeinschaftsgräber und Memoriam-Gärten sind eine weitere Option, sofern nicht zwangsläufig ein eigenes Grab benötigt oder gewünscht ist. Diese Flächen werden von Friedhofsgärtnern dauerhaft gepflegt, die Kosten dafür sind häufig bereits Bestandteil der Friedhofsgebühren. Sie sollten nicht mit anonymen Gräbern verwechselt werden, denn Tafeln, Beschriftungen und Co. gibt es in solchen Gemeinschaftsgräbern und Gärten durchaus.
Bestattungswälder sind eine weitere Option. In diesem Fall übernimmt die Pflege die Natur selbst. Moos, Wildwuchs, Laub und Co. umgeben dann die Ruhestätte. In den meisten Fällen sind künstliche Gestecke und Grabkerzen sowieso verboten, dadurch reduziert sich der Pflegeaufwand effektiv auf null.
Solche und damit verbundene Entscheidungen sollten frühzeitig mit den Lieben besprochen werden, denn auch deren Wünsche sind dabei natürlich zu berücksichtigen. Das wird im Idealfall nicht aufgeschoben, denn das Leben ist leider nicht planbar und der Tod ein ständiger Begleiter. Das bewiesen zuletzt auch die aufgrund der Hitzewelle stark angestiegenen Zahlen Verstorbener in Deutschland.